Erforschung von Kaltplasmapartikeltechnologien und Anwendungen
Die Verabreichung von Medikamenten über die Haut bietet zahlreiche Vorteile, darunter eine verbesserte Bioverfügbarkeit und eine Reduzierung systemischer Nebenwirkungen. Eine vielversprechende Technologie zur Erzeugung mikroskopisch kleiner Poren in der Haut ist kaltes Atmosphärendruckplasma. Damit diese Methode therapeutisch genutzt werden kann, müssen sowohl die Plasmaerzeugung als auch die damit verbundenen Wirkungen reproduzierbar und stabil sein. Dies stellt eine wesentliche Herausforderung für den gezielten Einsatz in der Medizintechnik dar.
Im Projekt »KaPlaTech« werden Plasmaelektroden gezielt strukturiert, um ein homogen filamentiertes Entladungsbild zu erzeugen. So kann eine gleichmäßige und zuverlässige Behandlung sichergestellt werden, die den therapeutischen Anforderungen von Patienten gerecht wird. Das Anwendungszentrum des Fraunhofer IST nutzt das niederenergetische Plasmaspritzen, um keramische Dielektrika zu strukturieren. Dabei entstehen durch die Erzeugung metallischer Schichten, gefolgt von selektiver Laser-Ablation, beliebige Strukturen, die hinsichtlich ihrer Wirkung optimiert werden können. Mithilfe der strukturierten Elektroden gelingt es, auf Hautproben eine reproduzierbare Anzahl, Verteilung und Energiedichte von Filamenten der Plasmaentladung zu erzeugen. Diese ermöglicht eine effiziente Bildung von Poren der Haut.
Die im Projekt gewonnenen Ergebnisse sollen Medizintechnikherstellern und pharmazeutischen Unternehmen die Integration der Plasmatechnologie in innovative Therapiekonzepte erleichtern. Dadurch kann das therapeutische Potenzial von kaltem Atmosphärendruckplasma noch umfassender genutzt werden. Insbesondere könnte diese Technologie die schmerzarme Verabreichung neuartiger Wirkstoffe revolutionieren und so zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen.