Göttingen  /  6.9.2018

Niedersächsischer Life Science Tag

Sartorius College

Die Plasmatechnologie bietet eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten und eröffnet auch für die Life Sciences ein großes Potenzial für Produkt- und Prozessinnovationen. Der Niedersächsische Life Science Tag stellt für Plasmaexperten und Branchenakteuren eine Plattform zur Verfügung, um sich auszutauschen und zu vernetzen.

Der Einsatz von Atmosphärendruck-Plasmaverfahren spielt am Fraunhofer IST eine zentrale Rolle. Im Bereich Life Science und Umwelt und entwickelt das IST Schichten, Prozesse und Geräte für die unterschiedlichsten Anwendungsfelder von der Medizintechnik über die Mikrobiologie und Zellkulturtechnik bis hin zur Agrar- und Lebensmitteltechnologie. Dr. Michael Thomas, Leiter der Abteilung Atmosphärendruckverfahren am Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik ergänzt das Programm des diesjährigen Life Science Tags mit einem Vortrag zum Thema »Innovationen durch Plasma: Biofunktionalisierung von Oberflächen als Basis neuer Produkte«.

Freitag, 6. September 2018

14:30 Uhr

»Innovationen durch Plasma: Biofunktionalisierung von Oberflächen als Basis neuer Produkte«

Dr. Michael Thomas

Die dielektrisch behinderte Entladung (DBE) bei Atmosphärendruck bietet vielseitige Möglichkeiten, inerte Oberflächen so zu verändern, dass sie für biomedizinische Anwendungen verwendet werden können. Je nach Anforderung lassen sich die Oberflächeneigenschaften mittels Aktivierung, chemischer Funktionalisierung oder Aufbringen funktioneller Schichten einstellen. Im Rahmen dieses Vortrags werden zwei Anwendungen vorgestellt, die das Potenzial der Technologie aufzeigen.

Beim geschlossenen oberflächenbasierten Kultivierungssystem Labbag® werden die Innenseiten der Beutel mittels DBE mit einer strukturierten, biofunktionalen Beschichtung ausgestattet, so dass sich innerhalb von Sekunden bis zu 150 Tropfen pro Beutel durch Schwenken einer Zellsuspension ausbilden. In diesem Mini-GMP-Labor können dreidimensionale Aggregate im »hängenden Tropfen« als Startpunkt für Differenzierungsprotokolle oder für die Erzeugung von Mikrogewebe kultiviert werden. Das ermöglicht die Züchtung von humanen induziert, pluripotenten Stammzellen (hiPSCs), die Forschern als medizinisch relevante, anspruchsvolle künstliche Mikrogewebe zur Krankheitsmodellierung für Wirkstoffforschung sowie für Toxizitätstests dienen.

Beim neuartigen hochempfindlichen Tuberkulose-Testsystem Liodrop® wurde die Folienoberfläche der Teststreifen mittels DBE mit einer sehr hohen Dichte an Epoxidgruppen beschichet. Dadurch konnte die Sensitivität gegenüber herkömmlichen Tests deutlich gesteigert werden.