Hannover Messe

On Demand: Heilendes Plasma für die Therapie von Hautkrankheiten

Pressemitteilung / 8.4.2013

Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Leiter des Fraunhofer IST-Anwendungszentrums für Plasma und Photonik und Vizepräsident an der HAWK in Göttingen gewinnt den 2. Platz bei der Verleihung des Ferchau-Innovationspreises 2013. Der wichtige Industriepreis läuft in diesem Jahr unter dem Motto »Den Klimawandel begleiten – mit Technologien für Luft, Wasser, Ernährung und Energie«. Prof. Viöl und seinem Team ist es gelungen, die Plasmatechnologie für dermatologische Therapien zu erschließen und anwendungsreife Produkte mit der CINOGY GmbH zu entwickeln.

Die Preisträger des Ferchau-Preises 2013.
© Fraunhofer IST
Die Preisträger des Ferchau-Preises 2013.

Von Neurodermitis, Schuppenflechte oder auch »offenen Beinen« sind einige Millionen Menschen in Deutschland betroffen. In Göttingen an der HAWK und am Fraunhofer IST Anwendungszentrum für Plasma und Photonik wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Viöl eine völlig neue Therapielösung für diese dermatologischen Volkskrankheiten entwickelt und bereits in Form des »PlasmaDerm®« von der Ausgründung CINOGY als Produkt umgesetzt. Dabei kommen nichtthermische, also »kalte« Plasmen zum Einsatz.

Bei den nicht-thermischen Plasmen werden ausschließlich wirksame Elektronen mit Energie versorgt, während alle anderen Teilchen (Atome, Moleküle, Ionen) des Plasmas »kalt« bleiben. Die Elektronen erzeugen dank der ihnen zugeführten Energie aus der Luft einen »reaktiven Gas-Cocktail«. In dem Gerät »PlasmaDerm®« der CINOGY GmbH wurde dieser therapeutische Ansatz bereits umgesetzt. Da der Teilchenmix aus der Umgebungsluft und elektrischer Energie in unmittelbarer räumlicher Nähe zum behandelten Gewebe bereitgestellt wird, handelt es sich aus energetischer Sicht um ein sehr effizientes und Ressourcen schonendes Verfahren. Der neuartige und jetzt preisgekrönte Ansatz bietet medizinische Linderung »on demand« − so wandern keine Medikamente in die Entsorgung.

Das Besondere: Nach jetzigem Stand der Forschung löst die Plasmatherapie keine Abwehrmechanismen von Mikroorganismen aus. Die krankheitsauslösenden Keime werden nicht resistent gegenüber den multiplen physiko-chemischen Inaktivierungsmechanismen.

Die Vorteile der plasmamedizinischen Therapielösung auf einen Blick:

  • Energie- und ressourceneffizient
  • Medizin »on demand«
  • Großes therapeutisches Potenzial
  • Keine Resistenzausbildung
  • Einfache Handhabung
  • »Home care«-Anwendung möglich

Der Ferchau-Innovationspreis

Der Ferchau-Innovationspreis, der erstmals 2007 vergeben wurde, steht in diesem Jahr unter dem Motto »Den Klimawandel begleiten – mit Technologien für Luft, Wasser, Ernährung und Energie«. Der erste Platz ist mit 10 000 Euro, der zweite mit 7 000 Euro und der dritte Platz mit 3 000 Euro dotiert. Kooperationspartner des Wettbewerbs sind unter anderem die Fraunhofer-Gesellschaft, der Verein Deutscher Ingenieure e.V. mit seiner Initiative »Sachen-machen!« und die Wochenzeitung für Ingenieure VDInachrichten.