Multisensorisches Dünnschichtsystem ermöglicht lokale Datenerfassung während des Produktionsprozesse

Presseinformation / 20.2.2017

Im Zeitalter von Industrie 4.0 werden immer größere Anforderungen an die Produktion der Zukunft gestellt: Prozesse sollen flexibel, intelligent vernetzt und nachhaltig sein, die Produktionsanlagen müssen sicher, intuitiv und gleichzeitig ressourceneffizient arbeiten. Gerade vor diesem Hintergrund wird in den letzten Jahren häufig auch eine Weiterentwicklung der für die Messdaten verantwortlichen Sensorik gefordert. Diese soll die Messdaten dort generieren, wo Messsysteme nur schwer zu integrieren sind, z. B. in direktem Kontakt zwischen Werkstück und Werkzeug.

© Foto Fraunhofer IST

Sensorelement mit kraftmessenden Sensorik und zusätz­lichen Mäanderstrukturen zur lokalen Temperaturmessung.

Am Fraunhofer IST wurde daher ein sensorisches Dünnschichtsystem entwickelt, das direkt auf der Oberfläche von Werkzeugen und Bauteileinsätzen appliziert wird. Dabei handelt es sich um ein Mehrschichtsystem, das neben einer lokalen Kraft- bzw. Druckmessung auf der komplex geformten Oberfläche auch eine lokale Temperaturmessung an unterschiedlichen Bereichen des Bauteils ermöglicht und darüber hinaus eine hohe Verschleißbeständigkeit aufweist.

Beispiele für mögliche Anwendungen sind vielfältig: von sensorischen Unterlegscheibensystemen über Werkzeugeinsätze mit direkt applizierten Dünnschichtheizstrukturen für den Kunststoffspritzguss bis hin zu sensorischen Werkzeugen für den Tiefziehprozess und das Biegen. Auf dem Gemeinschaftsstand »Plasma- und Laser-Oberflächentechnik« auf der Hannover Messe (Halle 6, Stand B34) präsentiert das Fraunhofer IST diese Sensorentwicklungen. Darüber hinaus werden auch auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 2 (Stand C22) Dünnschichtsensorik für die Produktion wie auch sensorische Momentenverbinder zur Überwachung von Holzhäusern in Erdbeben­regionen ausgestellt.