Kalt-Plasmaspritzen: Eine Technologie mit Potenzial

Presseinformation / 24.4.2017

Mikro- und Nanopartikel sind aufgrund ihrer großen spezifischen Oberfläche die Basis vieler innovativer Anwendungen und Technologien, so auch für das sogenannte Kalt-Plasmaspritzen. Das Besondere an dem am Fraunhofer IST entwickelten neuartigen Verfahren ist, dass damit ein breites Spektrum unterschiedlicher Materialien behandelt und gleichzeitig vielfältige Schichtfunktionen realisiert werden können.

© Foto Fraunhofer IST, Nils Mainusch

Schichtabscheidung mittels Kalt-Plasmaspritzen am Fraunhofer IST.

Beim Kalt-Plasmaspritzen werden die Mikropartikel – meist kleiner als 20 µm – mit Hilfe von Plasma in einem Plasmajet aufgeschmolzen und auf das zu funktionalisierende Substrat gespritzt. Durch den Einsatz besonders kleiner Partikel kann das Schmelzen bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen ablaufen, was auch eine Beschichtung von temperaturempfindlichen Materialien wie z. B. Papier erlaubt. Mit dem Verfahren ist es möglich, auch dreidimensionale Objekte sowohl flächig als auch strukturiert zu beschichten. Neben den vielfältig einsetzbaren Beschichtungsmaterialien ist auch die Palette an möglichen Schichtfunktionen sehr breit. So können mit Hilfe des Kalt-Plasmaspritzens z. B. Leiterbahnen aus hochschmelzendem Metall oder Anti-Statikbahnen auf thermisch empfindlichen Fasern, Geweben und Kunststoffen aufgebracht oder Substrate mit antiadhäsiven bzw. antimikrobiellen Funktionsschichten versehen werden.

Auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand der Hannover Messe (Halle 2, Stand C16/22) präsentiert das Fraunhofer IST einige Anwendungsbeispiele und Produkte. Neben antimikrobiell beschichteten Türgriffen und Kupferleiterbahnen auf Kunststoff und Glas werden z. B. auch wärmeableitende Schichten auf Polymerbauteilen präsentiert, die beispielsweise im Motorinnenraum eines Autos eingesetzt werden können.