HAWK und Anwendungszentrum für Plasma und Photonik des Fraunhofer IST stellen Entwicklungen vor, die bald die Haushalte erobern werden

Ministerpräsident Weil: Plasma-Forschung ist Innovationsmotor für die Region Südniedersachsen

Presseinformation / 2.11.2016

Die Plasma-Technologie sei deshalb faszinierend, weil es sich dabei um eine Querschnittstechnologie handele, die in fast allen Bereichen eingesetzt werden kann. Das hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil bei seinem Besuch der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) gesagt. An der Fakultät Naturwissenschaften und Technik und im Anwendungszentrum für Plasma und Photonik des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST an den Göttinger Zietenterrassen betonte er, es sei sehr ungewöhnlich, dass eine Fachhochschule eine derartige Forschungsstärke entwickelt habe. „Wir werden das als Land weiter unterstützen“, erklärte Weil.

© Foto Fraunhofer IST, Falko Oldenburg

V.l.n.r.: Prof. Dr. Günter Bräuer, Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Prof. Dr. Christiane Dienel, Ministerpräsident Stephan Weil

Die Plasma-Technologie bekommt neben anderen Anwendungsfeldern auch immer mehr Relevanz für das tägliche Leben. Prof. apl. Prof. Dr. Wolfgang Viöl, HAWK-Vizepräsident und Leiter des Anwendungszentrums für Plasma und Photonik, erläuterte dem Ministerpräsidenten vor Gästen aus Forschung, Industrie und Politik Produkte wie PlasmaDerm®, den Plasmastaubsauger und den Plasmaläusekamm: „Diese Geräte erhöhen die Lebensqualität der Menschen und werden in kürzester Zeit die Haushalte erobern“, sagte Viöl.

Viöl ordnete ein: „Die HAWK gehört mit dem 6,5 Millionen Euro schweren BMBF-Projekt ‚Plasma for Life‘ zu den zehn besten forschenden Fachhochschulen in Deutschland aus dem Bundesprogramm FH Impuls. Das Anwendungszentrum für Plasma und Photonik des Fraunhofer IST in Göttingen ist das erste positiv evaluierte Zentrum der Fraunhofer-Gesellschaft in ganz Deutschland und wird nun als eine offizielle Abteilung des Mutterinstituts, dem Fraunhofer IST in Braunschweig, geführt.“

Prof. Dr. Günter Bräuer, Institutsleiter des Fraunhofer IST, betonte: „Mit der Gründung des Kompetenznetzes INPLAS (Industrielle Plasmaoberflächentechnik) im Jahre 2005 – die Initiative ging seiner Zeit vom Fraunhofer IST aus - haben wir den ersten wichtigen Schritt getan, um die Region zu einer Hochburg der Plasmaforschung zu machen. Heute gehören dem Netz etwa 50 Mitglieder aus ganz Deutschland an, davon mehr als die Hälfte aus der Industrie. Damit haben wir das Plasma in Niedersachsen salonfähig gemacht. Das Projekt ‚Plasma for Life‘ ist ein weiterer Schritt, um die Plasmaforschung im Alltag zu etablieren.“

Am Projekt „Plasma for Life“ beteiligen sich finanziell 13 Unternehmen und davon acht aus Südniedersachsen. Das Anwendungszentrum des Fraunhofer IST in Göttingen erhält knapp die Hälfte aller Aufträge aus der Region Südniedersachsen. Die HAWK und das Anwendungszentrum für Plasma und Photonik treiben die Forschung für die Region Südniedersachsen an.

„Plasma for Life“ ist nicht nur der Titel des BMBF-Projektes in der Ausschreibung FH Impuls, sondern wird in Göttingen mit Leben erfüllt. Plasma – als 4. Aggregatzustand – hat schon Tradition in der südniedersächsischen Stadt. So identifizierte Georg Christoph Lichtenberg als erster Professor für Physik im Jahr 1777 das Plasma in Göttingen. Nun wird diese Entdeckung ebenfalls in Göttingen in technologische Verfahren und Produkte umgesetzt.

„Wir sind sehr stolz darauf, als kleine regionale Fachhochschule auf dem Gebiet der Plasma-Forschung zur internationalen Spitze zu gehören“, sagte HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel. Die Landtagsvizepräsidentin Gabriele Andretta würdigte die HAWK als beste Ingenieurschmiede für Südniedersachsen. „Von hier kommen Ideen für Niedersachsen und die Welt.“ Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bezeichnete die Plasma-Technologie als Innovationsmotor und hob die besondere Zusammenarbeit der Forschungseinrichtungen hervor.

Bei positiver Zwischenevaluation wird die Förderung der HAWK im Rahmen von FH Impuls um weitere vier Jahre verlängert, sodass insgesamt 13 Millionen Euro Forschungsmittel für den Zeitraum von acht Jahren zur Verfügung stehen.