Ein Blick hinter die Kulissen – Zwei Jahre »Integrative Nanotech«
Zwei Jahre ist es her, dass Integrative Nanotech als Ausgründung an den Start ging. Seitdem hat sich viel getan: Aus einer technologiegetriebenen Vision ist ein Unternehmen gewachsen, das seine Lösungen zur Detektion von Wasserstofflecks konsequent weiterentwickelt und in den Markt bringt. In enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IST wurden technische Meilensteine erreicht, Partnerschaften aufgebaut und erste Anwendungen realisiert. Gleichzeitig galt es, Herausforderungen zu meistern – von technologischen Feinjustierungen über regulatorische Anforderungen bis hin zum Aufbau stabiler Strukturen. Dr. Hunter King berichtet, wie sich Integrative Nanotech in den vergangenen zwei Jahren entwickelt hat, welche Hürden zu überwinden waren und welche Erfolge den Weg der Ausgründung besonders geprägt haben.
Lieber Hunter, kannst du uns nochmal ganz kurz sagen, was ihr bei Integrative Nanotech genau macht?
Ja, natürlich! Integrative Nanotech ist auf die Entwicklung von Hochleistungs-Wasserstoffsensoren spezialisiert. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der zuverlässigen Erkennung von Wasserstofflecks und, seit kurzem, auf der Früherkennung von thermischem Durchgehen in Batteriesystemen. Unser zentraler technischer Vorteil liegt in der Selektivität unserer Sensoren: Sie können präzise zwischen unkritischer Zellentlüftung und kritischen thermischen Durchgeh-Ereignissen unterscheiden und so Fehlalarme in Elektrofahrzeuganwendungen und Batterie-Energiespeichersystemen deutlich reduzieren. Auch wenn dies weiterhin unser Kerngeschäft ist, sehen wir darin erst den Einstieg in den Markt. Unser Firmenname verweist auf unsere langfristige Vision: die Entwicklung einer neuen Generation von Sensoren auf Basis unserer skalierbaren, firmeneigenen Nanomaterialien.
Du bist nun seit knapp zwei Jahren selbstständig. Wie ist es dir seitdem ergangen?
Wie bei vielen Deep-Tech-Start-ups war die Zeit vor allem von intensivem Lernen und Wachstum geprägt. Für mich ist es die erste Erfahrung als Gründer – entsprechend steil war die Lernkurve, auch wenn sich aktuell vieles sehr positiv entwickelt. Die anfänglichen Herausforderungen ähneln denen vieler Unternehmen in diesem Bereich: der Aufbau belastbarer Kundenbeziehungen und ein tiefes Verständnis für deren Bedürfnisse, die Suche nach den richtigen Schlüsselpersonen für Produkt und Organisation sowie die Sicherstellung ausreichender finanzieller Mittel zur Umsetzung unserer Ziele. Wir haben jedoch enorme Unterstützung von unseren lokalen Ökosystempartnern anderen erfahrenen Unternehmern und unseren frühen Investoren erhalten. Dies hat es mir ermöglicht, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln, ein starkes Team aufzubauen und den Fokus auf das Wesentliche zu behalten: echten Mehrwert für den Markt zu schaffen.
Welche Rolle spielte das Fraunhofer IST auf dem bisherigen Weg von Integrative Nanotech? Was ist für die Zukunft geplant?
Das Fraunhofer IST hat auf unserem bisherigen Weg eine entscheidende Rolle gespielt, insbesondere bei der konkreten Umsetzung unseres Produkts. Eine der größten Herausforderungen für viele Deep-Tech-Hardware-Start-ups ist der enorme Investitionsbedarf, um ihr Produkt tatsächlich realisieren zu können. Durch die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IST konnten wir sowohl auf dessen Expertise als auch auf bestehende Produktionsanlagen zurückgreifen. Dadurch konnten wir unsere Entwicklung deutlich beschleunigen und gleichzeitig den anfänglichen Investitionsbedarf reduzieren, was uns einen erheblichen Marktvorteil verschafft hat. Darüber hinaus verfügt das Fraunhofer IST über ein umfangreiches Netzwerk sowohl im Wasserstoff- als auch im Batteriemarkt. Dies hat uns Möglichkeiten eröffnet, unser Produkt und unsere Markteinführungsstrategien gezielt weiterzuentwickeln.
Was war bisher dein schönstes Erlebnis / der schönste Moment bei / mit Integrative Nanotech?
Das ist ehrlich gesagt eine wirklich schwierige Frage, da es in den letzten Jahren mehrere besondere Momente gab. Ein aktuelles Highlight waren jedoch die Ergebnisse unserer Tests in der Forschungsanlage des National Research Council (NRC) zur Bewertung von Batterieleistung und -sicherheit in Ottawa, Kanada im September letzten Jahres. Dort konnten wir unsere Technologie erstmals unter realen Bedingungen im Kontext eines thermischen Durchgehens validieren. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass unsere Sensoren kritische Ausfallzustände zuverlässig erkennen konnten, während bestehende Marktlösungen oft Schwierigkeiten haben, zwischen unkritischer Entlüftung und tatsächlichem Durchgehen zu unterscheiden, das im Ernstfall ein Eingreifen notwendig macht.
Was wünschst du dir für die Zukunft deines Unternehmens?
Natürlich ist es mein Ziel, das Unternehmen weiter auszubauen. Noch wichtiger ist mir jedoch, auch in Zukunft Technologien zu entwickeln, die mich persönlich begeistern und gleichzeitig das Potenzial haben, den Markt nachhaltig zu verändern.
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