Das Lebensende bereits am Anfang mitdenken
Die Fahrzeugproduktion gehört zu den ressourcenintensivsten Branchen weltweit und erzielte laut Statista in Deutschland im Jahr 2023 einen Umsatz von über 564 Milliarden Euro. Das Pariser Klimaabkommen und die globale Ressourcenverknappung erfordern einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel der Branche. In diesem Zusammenhang überarbeitet die EU derzeit die Altfahrzeugrichtlinie und schlägt damit ein zukunftssicheres Regelwerk vor, das die Verwertung am Lebensende verbessert, die Wiederverwendung fördert und die möglichst effiziente Nutzung wertvoller Ressourcen sicherstellt.
Diese Vorgaben zwingen Automobilhersteller u.a. dazu, den Anteil an Sekundärmaterialien zu erhöhen und bereits bei der Produktentwicklung die Demontier- und Trennbarkeit von Bauteilen zu berücksichtigen. Das Fraunhofer IST forscht am Fraunhofer CCEM zusammen mit der TU Braunschweig und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften an einer KI-gestützten Bewertungsmethodik, die es ermöglicht, Re-X-Strategien effektiv in den Entwicklungsprozess von Fahrzeugen und ihren Bauteilen zu integrieren.
Mit einer umfassenden Expertise in der multikriteriellen Bewertung und im Life Cycle Engineering unterstützt das Fraunhofer IST Automobilhersteller dabei, Verbesserungspotenziale in der Produktentwicklung zu identifizieren und Re-X-Strategien gewinnbringend umzusetzen. Dies fördert nicht nur die Kreislaufwirtschaft, sondern trägt auch zur nachhaltigen Entwicklung der Automobilindustrie in Deutschland und Europa bei.