Schlüsseltechnologie für eine zukunftsfähige Mobilität
Angesichts der globalen ökologischen Herausforderungen und Ressourcenknappheit gewinnt die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft in der Automobilindustrie zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Vielzahl an Fahrzeugvarianten und der oft unbekannte Zustand von Altfahrzeugen erschweren die Demontage und das Recycling. Dadurch wird die manuelle Demontage ineffizient und erfolgt meist nur für ausgewählte Komponenten. Um eine effiziente Kreislaufwirtschaft mit einer sortenreinen Materialrückgewinnung zu erreichen, konzentriert sich das Fraunhofer IST auf die Automatisierung von Demontageprozessen.
Ein zentraler Fokus liegt auf der Entwicklung einer automatisierten Gesamtfahrzeugdemontage, bei der zunächst Bauteilgruppen vom Fahrzeug getrennt werden. Dazu werden Demontagestrategien ausgearbeitet, die eine ökonomische, ökologische und technische Tiefe der Demontage berücksichtigen – abhängig von Fahrzeugart, Ausstattung und Zustand. Das Ziel ist es, eine automatisierte Demontagezelle zu entwickeln, die flexibel auf diese Strategien reagieren kann. Zu diesem Zweck wurde zunächst eine Roboterzelle aufgebaut, mit der das Lösen von Fügeverbindungen und das Erkennen von Bauteilen und deren Zustand erprobt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die automatisierte Demontage von Hochvoltbatterien aus Elektrofahrzeugen. Hierbei bestehen Herausforderungen, die über die klassischen Demontageprobleme hinausgehen, insbesondere bei nicht demontagegerechten Bauteilen wie z. B. Steckern mit Einrastmechanismus. Das Fraunhofer IST hat eine Roboterzelle für das sichere und effiziente Demontieren solcher Stecker entwickelt. Diese verfügt über einen Endeffektor mit einem auf die Steckergeometrie angepassten Greifer sowie über eine Bauteilerkennung mittels Computer Vision.