25 Jahre Fraunhofer IST

25 Jahre Fraunhofer IST – aus diesem Anlass öffneten das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST und das Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI am 18. Juli 2015 von 11.00 bis 16.00 Uhr ihre Türen und erlaubten faszinierende Blicke hinter die Kulissen der größten europäischen Forschungsgesellschaft.

In vielen Mit-Mach-Aktionen und Vorführungen luden die beiden Braunschweiger Institute die Besucher ein, sich einen Überblick über aktuelle Fragen und Antworten im Bereich der Schicht- und Oberflächentechnik und der Holzforschung zu verschaffen. 

Im Folgenden stellen wir einige der präsentierten Stationen des Fraunhofer IST genauer vor.

Heilen mit Plasma

© Foto Jan Benz, Fraunhofer IST

Plasmabehandlung von Haut mit dem PlasmaDerm® Handgerät am Anwendungszentrum für Plasma und Photonik des Fraunhofer IST.

Hauterkrankungen gehören hierzulande zu den Volkskrankheiten. Neurodermitis, Schuppenflechte oder das sogenannte »offene Bein«, hervorgerufen durch Diabetes oder Krampfadern, verursachen bei Patientinnen und Patienten oft jahrelange Leiden. Dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig ist es in Kooperation mit dem Unternehmen CINOGY und der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen gelungen, die neuartige Medizintechniklösung PlasmaDerm® zur Therapie von Wunden und Hautkrankheiten zu entwickeln. Plasma, unmittelbar auf der Haut erzeugt, fördert dabei die Wundheilung.  

Kosten sparen mit Antifouling-Schichten

© Foto Fraunhofer IST, Jan Benz

Wassertropfen auf einer Stahloberfläche mit Antifouling-Beschichtung.

Wer kennt das nicht – Kalkablagerungen in Wasserkocher und Kaffeemaschine oder Wasserflecken auf Armaturen, im Haushalt sind diese Probleme jedoch noch beherrschbar. Bei industriellen Anlagen hingegen sieht das etwas anders aus: Gerade in der Großproduktion mit flüssigen Medien führt das sogenannte »Fouling« oft zu aufwändigen Reinigungszyklen und damit zu langen Maschinenstillstandzeiten. Beispielsweise wird die Anlage bei der Pasteurisierung von Milch bereits nach einem Arbeitszyklus wieder gestoppt und gereinigt, weil z. B. Milchproteine in Rohren, Kesseln oder Wärmetauschern der verwendeten Apparaturen Ablagerungen bilden. Am Fraunhofer IST wurden Beschichtungen für verschiedenen Oberflächen entwickelt, mit denen sich solche Fouling-Effekt drastisch reduzieren lassen.   

Wasser reinigen mit Diamant

© Foto Fraunhofer IST, Jan Benz

Abbau von blauem Textilfarbstoff mit Diamantelektroden.

Wasser reinigen und desinfizieren ohne zusätzliche Chemie – diamantbeschichtete Elektroden machen es möglich. Glitzernde Diamanten sind nicht nur wertvoller Schmuck, sondern auch ein natürliches Reinigungsmittel. Sie helfen, Abwasser zu reinigen und Wasser zu desinfizieren. Der Trick: An mit leitfähigem Diamant beschichteten Elektroden bilden sich im Wasser freie Radikale. Die angriffslustigen Teilchen vernichten durch Oxidation organische Schadstoffe wie Lösungsmittel, Pestizide und Pharmaka, aber auch Bakterien im Wasser. Der Einsatz der Diamantelektroden eignet sich besonders für Schadstoffe und Keime, die mit herkömmlichen Verfahren nur sehr schwer oder gar nicht beseitigt werden können.  

Photokatalyse – Reinigen mit Licht

© Foto Fraunhofer IST, Jan Benz

Reinigen mit Licht.

Ein bisschen Sonnenlicht – und Oberflächen reinigen sich von selbst. Was sich anhört wie Zauberei, erledigen Titandioxidmoleküle, die in die Flächen eingebaut sind: Aktiviert von UV-Licht setzen sie eine Reaktion in Gang, die Bakterien, Algen und Pilze den Garaus machen. Sie zerstören zunächst die Zellwand und dringen anschließend ins Zytoplasma – die Grundsubstanz der Zelle – ein, wo sie die DNA der Bakterien schädigen. Der Effekt: Schmutz aus organischen Substanzen bleibt nicht an der Oberfläche haften, sondern wird zersetzt.