Biofunktionale Schichten

Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik

Innenbeschichtung eines Beutels.
© Fraunhofer IST

In der Medizintechnik werden insbesondere bei Einwegsystemen (Disposables) immer häufiger Kunststoffe eingesetzt. Für viele biologische oder medizinische Anwendungen müssen die ver­schiedenen Oberflächen jedoch in einem ersten Schritt modifiziert werden, um dann in einem zweiten Schritt z. B. beschichtet werden zu können. Häufig benötigen Einwegsysteme bio­kompatible Oberflächen, um das Zellwachstum auf den Oberflächen zu fördern, es gezielt zu verhindern oder um funktionelle Gruppen für die chemische Ankopplung von Biomolekülen zur Verfügung zu stellen. Diese Vorbehandlung ist notwendig − allerdings mit herkömmlichen Verfahren auch oft sehr teuer. Atmosphärendruck-Plasmaverfahren sind geeignete Werkzeuge, um kosteneffizient eine Modifizierung der Oberfläche zu erreichen. Durch die Anwendung von Mikroplasmen ist es möglich, die Oberflächen auch selektiv an die gewünschte Anwendung anzupassen oder sogar die bereits gedeckelten Kanäle mikrofluidischer Bauteile zu beschichten. Darüber hinaus können die Oberflächen von 3-D-Substraten, wie Mikrotiterplatten, PCR-Tubes oder Zell­kulturbeutel mithilfe dieser Verfahren in geeigneter Weise verändert werden.